Die Schilddrüse, obwohl so klein, ist unser Taktgeber im Stoffwechsel und hat damit eine sehr große Bedeutung für uns.

Erkrankungen der Schilddrüse, insbesondere die Unterfunktion (Hypothyreose), sind relativ häufig in unseren Breiten zu finden, auch aufgrund der mangelnden Jodversorgung über die Ernährung.

Immer wieder kommen vor allem Patientinnen (mit / ohne HPU) in meine Praxis und berichten von weiterhin bestehender Unterfunktionssymptomatik, obwohl sie regelmäßige ihre verordnete Schilddrüsenmedikation einnehmen.
Sie klagen beispielsweise über

  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit,
  • körperlichen und geistigen Leistungsabfall
  • Gewichtszunahme trotz wenig Appetit,
  • Kälteempfindlichkeit
  • trockene Haut, auch schuppig, kühl
  • trockenes, brüchiges Haar; Haarausfall
  • Verdauungsbeschwerden, Verstopfung

obwohl sich der TSH-Wert im Referenzbereich befindet.

Wenn sich im Rahmen der Diagnostik Hinweise darauf ergeben, dass die o.g. Symptomatik tatsächlich auf die Schilddrüse zurückzuführen sind, kann zunächst der Umstieg auf ein T3/T4-Präparat hilfreich sein.
Falls auch das keine Verbesserung bringt, gibt es inzwischen als Alternative zu den synthetisch hergestellten Präparaten sogenannte bioidentische Hormone in Form von Schilddrüsenextrakten.
Diese sind aus Schilddrüsen vom Schwein hergestellt und beinhalten neben dem Hormon Thyroxin ("T4") auch weitere Schilddrüsenhormone wie das aktive Hormon Trijodthyronin ("T3").

Diese Schilddrüsenextrakte werden als z.B. als Rezeptur in Form von Kapseln von Apotheken nach zertifizierten Verfahren hergestellt.

Bei unzureichender Einstellung kann eine Umstellung auf Schilddrüsenextrakt versucht werden. Dies braucht meist etwas Geduld und ggf. auch die Einnahme verschiedener Dosierungen über den Tag verteilt. Insgesamt ist die Ein- und Umstellung ein sehr individueller Vorgang.