Akupunktur

Die Akupunktur zählt zu den Ordnungs- bzw. Regulationstherapien. Das bedeutet, dass man mit Hilfe der Akupunktur versucht, das Gleichgewicht im Körper wieder in Fluss zu bringen. Zum Beispiel im Bereich der Schmerztherapie: nach Ansicht der TCM bewirkt ein Schmerz eine Blockierung des Chi-Flusses in den Leitbahnen des Körpers. Die Akupunktur kann nun dabei helfen, die Schmerzen zu lindern oder sogar zu stoppen, so dass das Chi wieder frei fließen kann und sich Wohlbefinden und Gesundheit einstellt.

Geschichtliches:

Die Akupunktur ist seit Jahrtausenden als eine Säule der Traditionell Chinesischen Medizin bekannt. Zu uns nach Europa kamen Berichte über diese Therapiemethode erst im 17. Jahrhundert durch Chinareisende. Erste Anwendungen fanden in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Frankreich statt. In Deutschland wurde 1951 die erste „Gesellschaft für Akupunktur“ gegründet, die später in „Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur – DÄGfA“ umbenannt wurde.

 

Wie wirkt Akupunktur?

(Quelle: www.daegfa.de)

An bestimmten Punkten des Körpers werden die dünnen Akupunkturnadeln platziert, wo sie etwa 20 bis 30 Minuten verbleiben und ihre heilsame Wirkung entfalten, während sich der Patient auf der Liege entspannt.

Die meisten Patienten empfinden die Akupunktur - nicht selten schon bei der ersten Behandlung - als wohltuend, entspannend und oft verblüffend schnell wirksam.

Westliche Wissenschaftler erforschen die Wirkung der Akupunktur intensiv und konnten in vielen Untersuchungen nachweisen, dass die chinesische Heilmethode bei einer Fülle von Erkrankungen hilft, oft gerade dann, wenn eine herkömmliche Behandlung erfolglos blieb.

Was genau bei einer Akupunktur im Körper abläuft, ist wissenschaftlich noch nicht restlos aufgeklärt. Dank moderner wissenschaftlicher Untersuchungsverfahren konnte die Akupunkturwirkung in den letzten Jahren aber viel besser erklärt werden. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass das Nadeln bestimmter Akupunkturpunkte spezielle Wirkungen entfaltet, z.B. Linderung von Übelkeit und Erbrechen, Verminderung der Schmerzempfindlichkeit oder Förderung der Wehen.

Die heilende Wirkung kommt u.a. dadurch zustande, dass der stimulierende Reiz der Nadeln im Gehirn eine vermehrte Ausschüttung schmerzlindernder und stimmungsaufhellender Substanzen auslöst, die oft auch als "Glückshormone" bezeichnet werden. Dazu gehören das Serotonin, körpereigene Morphine wie das Endorphin sowie die Enkephaline. Mit modernen Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie lässt sich die Wirkung der Körperakupunktur (oder der Laserakupunktur) auf den Stoffwechsel im Gehirn eindeutig nachweisen: In jenen Hirnbereichen, die mit den stimulierten Akupunkturpunkten in Verbindung stehen, zeigt sich eine stark erhöhte Aktivität.

Große wissenschaftliche Studien belegen, dass die Akupunktur bei einer Reihe weit verbreiteter Erkrankungen wie Heuschnupfen, Tennisellbogen, Menstruationsbeschwerden, allergischem Asthma oder chronischen Wirbelsäulenleiden den herkömmlichen medizinischen Therapien klar überlegen ist.

Die weltweit größten Untersuchungen, die ART- und GERAC-Studie mit mehr als 250.000 Patienten wurden in Deutschland durchgeführt. Sie ergaben, dass Akupunktur bei chronischen Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen (z.B. infolge einer Arthrose) in drei von vier Fällen zu einer deutlichen und lang anhaltenden Schmerzlinderung führt. Die Studien weisen darauf hin, dass Akupunktur bei diesen Beschwerden genauso gut oder sogar besser wirkt als herkömmliche Therapien (Medikamente, Krankengymnastik oder Massagen).

Die Universitätsklinik Mannheim hat durch Studien belegt, dass Schwangere, die ab der 36. Woche akupunktiert werden, weniger Schmerzen bei der Geburt haben und die Geburt weniger lange dauert.

Indikationen:

Die Akupunktur kann bei nahezu allen körperlichen und psychischen Beschwerden eingesetzt werden:

(Quelle: www.daegfa.de)

Akute und chronische Schmerzen, wie z.B.:

  • Kopfschmerzen,
  • Rücken- und Gelenkschmerzen,
  • Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz),
  • Tumorschmerzen,
  • Schmerzen des Kau- und Zahnsystems.
  • Erkrankungen des Bewegungssystems, wie z.B.:
  • Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule,
  • Bandscheibenvorfall,
  • Sehnen- und Gelenkerkrankungen,
  • Tennisellenbogen,
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • chronische Hüftgelenkschmerzen,
  • Kniegelenkschmerzen,
  • Karpaltunnel-Syndrom,
  • Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen,
  • Arthroseschmerzen.
  • Neurologische und psychiatrische Krankheiten, wie z.B.:
  • Migräne,
  • Neuralgien (Zoster, Trigeminus),
  • Facialisparese (Gesichtslähmung),
  • Mitbehandlung bei Lähmungen,
  • Schlaganfall und Polyneuropathie,
  • Begleitsymptome von neurologischen Erkrankungen
  • Depressionen
  • Bipolare Störungen
  • Erkrankungen der Atemwege, wie z.B.:
  • Asthma,
  • Heuschnupfen,
  • Bronchitis,
  • gehäuft auftretende Erkältungskrankheiten.
  • Vegetative Störungen, wie z.B.:
  • Schlaflosigkeit,
  • Erschöpfungssyndrom,
  • funktionelle Herzbeschwerden,
  • innere Unruhe,
  • Blutdruckschwankungen,
  • sexuelle Disharmonie,
  • Libidostörungen.
  • Suchtkrankheiten, wie z.B.:
  • Beruhigungsmittelabhängigkeit,
  • Ess-Sucht,
  • Nikotinmissbrauch,
  • Alkoholmissbrauch,
  • Drogensucht (Linderung der Entzugssymptome).

Erkrankungen des Verdauungssystems, wie z.B.:

  • funktionelle Magen-Darm-Störungen,
  • Magengeschwüre,
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis),
  • Verstopfung,
  • Reizdarmsyndrom,
  • chronische Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).

Urogenital Erkrankungen und Geburtshilfe, wie z.B.:

  • Menstruationsschmerzen,
  • Zyklusunregelmäßigkeiten,
  • Fruchtbarkeitsstörungen,
  • Amenorrhoe (Ausbleiben der menstruellen Blutung),
  • Endometriose (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut),
  • Mastopathie (gutartige Veränderungen des Brustdrüsengewebes),
  • Wechseljahresbeschwerden,
  • Schwangerschaftserbrechen,
  • Geburtsvorbereitung
  • Geburtshilfe
  • rezidivierende Harnwegsinfekte
  • Enuresis

Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenkrankheiten, wie z.B.:

  • Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung),
  • Tonsillitis (Mandelentzündung),
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen,
  • Hörsturz,
  • Tinnitus,
  • Schwindel,
  • Glaukom,
  • Trockenes-Auge-Syndrom.

Hautkrankheiten, wie z.B.:

  • Neurodermitis,
  • Ekzeme,
  • Akne,
  • schlecht heilende Wunden
  • Juckreiz
  • Herpes genitalis und labialis.